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Organisation auf mehrere Schulter verteilt

Die Sozialarbeit im DRK Ortsverein Rastatt e.V. ist gut aufgestellt, dennoch will bisher niemand die Leiterin Gisela Kunz beerben.

Über eine Zeitungsannonce kam Gisela Kunz zum Deutschen Roten Kreuz: Damals, vor 20 Jahren, wurden ehrenamtliche Helfer für die Hausaufgabenhilfe gesucht. "Ich war nicht berufstätig und wollte mich ehrenamtlich einbringen", beschreibt sie ihre Motivation. Außerdem bereite ihr der Umgang mit Menschen Freude. Fünf Jahre später übernahm sie die Leitung der Sozialarbeit im Ortsverein Rastatt, deren Aufgabenfelder mit den Jahren deutlich gewachsen sind. Um diese auch weiterhin ordentlich bewältigen zu können, wurde umstrukturiert – mit Erfolg.

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"Wir sind heute gut organisiert und aufgestellt", konstatiert die 64-Jährige, die sich nach 15 Jahren an der Spitze nun gerne in die zweite oder dritte Reihe zurückziehen würde. Doch trotz des gut bestellten Felds hat sich bisher noch niemand gefunden, der die Leistungsträgerin beerben will.
Hatte sich Gisela Kunz anfangs um vieles selbst gekümmert, so ist die Arbeit inzwischen auf mehrere Schultern verteilt. Anders wäre die Sozialarbeit auch gar nicht mehr in ihrer Vielfalt zu leisten, die von 100 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und zehn Mitarbeitern gestemmt werden, manche sind gar in "Doppelfunktion" tätig. "70 Prozent davon haben ihre festen Aufgaben", berichtet die Leiterin, die seinerzeit mit 65 Helfern angefangen hatte. Allerdings: "Damals gab es noch nicht so viele Kurse", räumt sie ein. Inzwischen sei der Bedarf gestiegen.

Der Einstieg in die Organisationsstruktur erfolgte mit der Hausaufgabenbetreuung, die aktuell in vier Schulen läuft und seit etwa sieben Jahren selbstständig organisiert wird. "Das war schon eine merklich Entlastung", blickt Kunz zurück. Und so ging es dann Schritt für Schritt weiter. Selbstständig von den jeweiligen ehrenamtlichen Helfern organisiert werden jetzt die verschiedenen Besuchsdienste, darunter auch der "Klopfdienst" in der Rheintorstraße im betreuten Wohnen. Dort wird täglich bei Menschen, die dies wünschen, persönlich nachgefragt, ob noch alles in Ordnung ist. Selbstständig organisiert wird ferner die arbeitsintensive Kleiderkammer mit Annehmen, Sortieren und Ausgabe der Bekleidung für Bedürftige, ebenso die Gedächtniskurse, die Seniorengymnastik und weitere Gesundheitskurse im DRK-Haus und auch außerhalb davon im betreuten Wohnen oder in Schulen sowie das gemeinsame Mittagessen für Senioren alle 14 Tage. Gisela Kunz organisiert noch selbst das Aufgabenpaket "Sprachförderung" (Sprachkurse, Begegnungsfrühstück, Alphabetisierungskurse) sowie sämtliche Aktivitäten für die ehrenamtlichen Mitarbeitenden wie regelmäßige Teilnahme am Erste-Hilfe-Kurs, Aktionstage und Jahresausflug. Außerdem nimmt sie an Tagungen und Fortbildungen des Landesverbands teil, ist für den jährlichen Rechenschaftsbericht in der DRK-Mitgliederversammlung sowie für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Ihren aktuellen zeitlichen Aufwand für das Ehrenamt schätzt die 64-Jährige auf gut 15 Stunden in der Woche. Auch wenn sie nicht überall mitmischt, so hat sie doch nach wie vor den Blick über das große Ganze, trifft sich ein bis zwei Mal im Jahr mit allen Gruppen. Das sei so wie in der Schule, bringt Jutta Biehl einen plastischen Vergleich: "Es gibt Klassensprecher, und Gisela Kunz ist die Schulsprecherin". Jutta Biehl ist neben Brigitte Hacker Stellvertreterin von Kunz, leitet die Abteilung Gesundheitsprogramme und gibt als ausgebildete Übungsleiterin selbst Kurse. Auch sie kam über einen Zeitungsaufruf zum DRK, als Ehrenamtliche gesucht wurden. "Ich wollte ein Ehrenamt, um etwas Zeit zu spenden", sagt die 57-Jährige schmunzelnd. Es wurde dann deutlich mehr Zeit als ursprünglich gedacht. Gleichwohl: "Es ist schön und macht Freude, mit älteren Menschen zu arbeiten. Ich bin überrascht, was diese noch bei der Seniorengymnastik zustande bringen", meint die 57-Jährige, die noch berufstätig ist, anerkennend. Die Kurse seien gut besucht, manche Teilnehmer, die zwischen Mitte 60 und Anfang 80 sind, kämen bereits seit vielen Jahren, um Beweglichkeit zu trainieren und bis ins hohe Alter fit zu bleiben. Insgesamt 14 Übungsleiter im Alter ab Mitte 50 bis 82 Jahren gibt es derzeit.

Man wolle aber auch künftig am Ball bleiben und die Angebote der Zeit anpassen, wenden Kunz und Biehl den Blick nach vorn: Neue Ideen sind daher bei der Sozialarbeit gefragt. Das könne schon mit einem neuen Namen anfangen, weil "Seniorengymnastik" beispielsweise nicht wirklich attraktiv klingt, wie Biehl einwirft. Die Einrichtung einer Demenzgruppe, um pflegende Angehörige zu entlasten, wäre ein weiterer Wunsch, der allerdings mit einem enormen Aufwand verbunden und daher noch in die Kategorie Zukunftsmusik einzuordnen ist.

Verstärkung für Hundebesuchsdienst

Und: Weitere ehrenamtliche Mitarbeiter, die durchaus auch mal jünger sein dürfen, würden "in allen Bereichen" gebraucht. Ebenso Übungsleiter für die Seniorengymnastik. Die Kosten für die Ausbildung werden im Übrigen übernommen, fügt Biehl an. Zudem werden Menschen mit Hunden für den Hundebesuchsdienst gesucht. "Das Rote Kreuz sorgt gut für seine Leute", will Gisela Kunz zum Mitmachen motivieren – die ehrenamtlichen Mitarbeiter seien gut in der Gemeinschaft untergebracht.

Kunz und Biehl gehören auch dem DRK-Vorstand an, die Zusammenarbeit sei inzwischen sehr gut und die Sozialarbeit "sehr anerkannt und auch erfolgreich".

4. November 2019 13:13 Uhr. Alter: 15 Tage